Verkehrssicherheit
Fahrbahnmarkierungen sind kosteneffiziente Lösungen für die Verkehrssicherheit, die für die Fahrspurdefinition und die Ordnung des Verkehrs unerlässlich sind. Aus technologischer Sicht gehören Fahrbahnmarkierungen zu den stark beanspruchten industriellen Schutzbeschichtungen; sie sind zweischichtige Systeme, bestehend aus der unteren Farbschicht und der oberen Schicht aus nachgestreuten Glasperlen. Die Rolle der Glasperlen darf hierbei nicht unterschätzt werden: Sie sorgen für Retroreflexion (die Nachtsichtbarkeit der Markierung) und schützen vor allem die Farbschicht vor Abrieb. Bei Belastung durch Verkehr oder Schneepflüge können die Glasperlen zerkratzt oder aus dem Farbfilm herausgelöst werden, was dazu führt, dass die Retroreflexion unter das geforderte Niveau sinkt und eine Erneuerung der Fahrbahnmarkierungen mit weiteren Schichten aus Farbe und Glasperlen erforderlich wird.
Laborprüfungen nach EN 13197
In Deutschland werden alle Fahrbahnmarkierungen unter Laborbedingungen von der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) gemäß der Norm EN 13197 geprüft und zugelassen. Die Mindestanforderungen für die Leistungsklassen auf verschiedenen Straßentypen sind in den ZTV-M 13 festgelegt. Die Prüfung umfasst regelmäßige Messungen der Sichtbarkeitsparameter gemäß EN 1436: Retroreflexion – gemessen als Rückstrahl-Leuchtdichtekoeffizient unter trockenen Bedingungen (RL) oder nassen Bedingungen (RW), ausgedrückt in mcd/m²·lx, Tages-Sichtbarkeit (Qd) und Griffigkeit, gemessen mit dem British Pendulum bzw. Skid Resistance Tester (SRT). Der Halt der Fahrbahnmarkierungen auf den Prüffeldern muss mehr als 90 % betragen. Je nach Materialauswahl (sowohl Farbe als auch Glasperlen) können bestimmte Leistungsklassen erreicht werden, die den Einsatz auf verschiedenen Straßen rechtfertigen.
Typische „Standard“-Glasperlen für Fahrbahnmarkierungen bestehen aus recyceltem Floatglas und haben einen Brechungsindex von 1,5; sie erreichen ungefähr einen RL < 450 mcd/m²·lx in weißer Farbe. Bei Regen liefern sie bei Glattstrichsystemen aufgrund des niedrigen Brechungsindex keine oder nur mäßige Retroreflexion. Eine neuartige Lösung war die Einführung von „Premium“-Glasperlen, die aus speziell ausgewählten Rohstoffen in einem proprietären Verfahren hergestellt werden und einen Brechungsindex von 1,6–1,7 (Klasse A gemäß EN 1423) aufweisen. Diese Glasperlen liefern deutlich höhere RL-Werte (bis zu 1.500 mcd/m²·lx) und RW-Werte (bis zu 500 mcd/m²·lx) und sind sehr kratzfest, was eine lange Lebensdauer ermöglicht. Alle Glasperlentypen können mit Griffigkeitsmitteln gemischt werden, um eine ausreichende Rutschfestigkeit der Markierung sicherzustellen.
Unter den verschiedenen Materialien für die Farbschicht verdient Kaltplastik besondere Aufmerksamkeit. Es handelt sich um eine lösungsmittelfreie Masse, die durch Polymerisation auf der Straßenoberfläche entsteht. Da Kaltplastik von Natur aus hart ist und zusätzlich stark mit groben Füllstoffen wie Sand, Korund, Feuerstein usw. – diese können bis zu 35 % des gesamten Markierungsmaterials ausmachen – und Glasperlen (25 % des Materials) gefüllt ist, ist sie äußerst abriebfest. Dennoch ist die funktionale Lebensdauer durch die Glasperlen begrenzt, sobald diese beschädigt sind und keine RL- und RW-Werte mehr liefern.
Hochleistungs-Kaltplastik
Von der SWARCO Limburger Lackfabrik GmbH wurde die speziell für verbesserte Leistungsfähigkeit ausgelegte Hochleistungs-Kaltplastik SWARCOPLAST entwickelt, die retroreflektierend ausgestattet wurde. Während die höchste Leistungsklasse P7 nur 4 Mio. Reifenüberrollungen im BASt-Test erfordert, behielt die neue Kaltplastik ihre hervorragenden Eigenschaften über 12 Mio. Reifenüberrollungen bei. Eine kurze Materialbeschreibung und ausgewählte Ergebnisse aus den BASt-Prüfberichten sind in der Tabelle dargestellt.

Tabelle: Materialbeschreibung und ausgewählte Ergebnisse aus den BASt-Prüfberichten der Kaltplastik SWARCOPLAST
Die sehr gute Langzeit-Leistungsfähigkeit ist der Auswahl geeigneter hochwertiger Rohstoffe – von Methacrylatharz über Titandioxidpigment bis hin zu den SOLIDPLUS-Glasperlen – geschuldet. Die Glasperlen wurden für die Haftung entsprechend beschichtet, was ihre chemische Bindung mit der polymeren Matrix verbesserte und zu einem minimalen Verlust bei simuliertem Verkehr führte. Die sehr hohen Anfangswerte für RL und RW – erzielt durch den Brechungsindex der Glasperlen und deren optimal abgestimmte Dimensionen – blieben über 12 Mio. Reifenüberrollungen erhalten. Selbst danach war der erzielte RL-Wert höher als der ursprünglich mit „Standard“-Glasperlen gemessene.
Insbesondere hervorzuheben ist, dass die verwendeten SOLIDPLUS-Glasperlen als Premix erstmalig in einem Kaltplastik-Vollstrichsystem die Funktion RL und RW liefern, was bisher mit anderen Glasperlentypen nur bei thermoplastischen Fahrbahnmarkierungen festgestellt wurde. Zudem wurde erstmalig von einem Kaltplastik-Vollstrichsystem nach 12 Mio. Überrollungen ein RW-Wert von 147 mcd/m²·lx erreicht.
Diese hochmoderne Kaltplastik, verstärkt durch die Glasperlen-Technologie, ist für jene Straßenverwaltungen von besonderem Interesse, die leistbare, langfristige Lösungen mit erhöhter Umweltverträglichkeit und überlegener Sichtbarkeit für die Verkehrsteilnehmer benötigen.
Auf der Intertraffic Amsterdam können sich Interessierte über die Fahrbahnmarkierungssysteme und High-Performance-Glasperlen für diverse Einsatzzwecke am Messestand der SWARCO Road Marking Systems (Stand 07.227) informieren.
Weitere Informationen
SWARCO AG
A-6112 Wattens
www.swarco.com