Verkehrssicherheit

High-Performance-Markierungen können ein Schlüssel zur Zuverlässigkeit von Fahrassistenzsystemen sein

Auf dem diesjährigen IRF-Weltkongress in Istanbul stellte Tomasz Burghardt, F&E-Projektmanager bei SWARCO Road Marking Systems, die neuesten Forschungsergebnisse zur Rolle von Fahrbahnmarkierungen in Kombination mit modernen Fahrerassistenzsystemen (Advanced Driver Assistance Systems, ADAS) vor. In Zusammenarbeit mit der Johannes Kepler Universität Linz untersuchte sein Team, wie sich verschiedene Fahrbahnmarkierungen auf die Leistung von Spurhalteassistenten unter verschiedenen Licht- und Witterungsbedingungen auswirken. Die Ergebnisse legen nahe, dass spezielle High-Performance-Typ-II-Markierungen besonders geeignet sind, die Sichtbarkeit und Erkennungsfähigkeit von ADAS zu unterstützen – ein wichtiger Faktor für die Verkehrssicherheit.

Fahrbahnmarkierungen als entscheidende Orientierungshilfe für Mensch und Maschine
In modernen Fahrzeugen sind Assistenzsysteme wie der Spurhalteassistent (Lane Keeping Assist, LKA) ein wesentlicher Bestandteil der Fahrzeugsicherheit. Sie helfen, das Fahrzeug auch bei schlechten Sichtverhältnissen in der Spur zu halten. Während diese Technologien zunehmend automatisiert funktionieren, bleibt die gute Erkennbarkeit von Fahrbahnmarkierungen eine wichtige Grundlage für ihre Zuverlässigkeit. Fahrbahnmarkierungen bieten dabei die visuelle Orientierung, die maschinelle Kamerasensoren nutzen, um den Straßenverlauf und die eigene Position innerhalb der Spur zu bestimmen.

In der Europäischen Union sind einige dieser Fahrerassistenzsysteme, insbesondere Spurhalteassistenten, bereits für Neuwagen gesetzlich vorgeschrieben. Sie tragen dazu bei, die Zahl der Unfälle zu verringern, indem sie das Fahrzeug aktiv auf der Fahrspur halten oder den Fahrer rechtzeitig warnen, wenn er ungewollt die Spur verlässt. Doch ihre Leistung hängt stark davon ab, wie gut sie die Fahrbahnmarkierungen erfassen können. Besonders unter ungünstigen Wetterbedingungen oder bei schlechten Lichtverhältnissen kann dies eine Herausforderung sein.

Typ-II-Markierungen: Warum sie unter schwierigen Bedingungen besser abschneiden
Die Studien von SWARCO Road Marking Systems und der Johannes Kepler Universität Linz verdeutlichen, dass spezielle Typ-II-Markierungen mit Mikroglasperlen unter anspruchsvollen Bedingungen wie Regen und Dunkelheit erheblich bessere Ergebnisse liefern als herkömmliche Markierungen. Typ-II-Markierungen zeichnen sich durch ihre hohe Reflexionsfähigkeit aus, die eine deutliche Verbesserung des Kontrastverhältnisses zur Fahrbahnoberfläche ermöglicht. Dies ist besonders wichtig, da Assistenzsysteme wie der Spurhalteassistent auf eine klare Abgrenzung der Fahrspuren angewiesen sind, um die Position des Fahrzeugs präzise berechnen zu können.

Tomasz Burghardt erläuterte auf dem Kongress, dass die Mikroglasperlen der Typ-II-Markierungen auch auf nasser Fahrbahn sichtbar bleiben. Dadurch erzielen sie höhere Retroreflexionswerte, was den Kamerasystemen von ADAS eine zuverlässigere Erfassung der Markierungen ermöglicht. Auch menschliche Fahrer profitieren von dieser besseren Sichtbarkeit, da sie die Orientierung bei Dunkelheit und schlechten Witterungsverhältnissen erleichtert.


Bild 2: Tomasz Burghardt, F&E-Projektmanager bei SWARCO Road Marking Systems, präsentierte beim IRF-Weltkongress in Istanbul die Ergebnisse einer Forschungsarbeit, die SWARCO in Kooperation mit der Johannes Kepler Universität Linz (Department Intelligent Transport Systems) durchgeführt hat

Unterschiede zwischen Standard- und High-Performance-Markierungen
Herkömmliche Markierungen bestehen in der Regel aus einfacher Farbe oder Standard-Reflexionsmaterialien, High-Performance-Typ-II-Markierungen unterscheiden sich davon hinsichtlich der Verarbeitung und den eingesetzten Materialien, insbesondere den Mikroglasperlen, die für eine hohe Reflexionskraft sorgen. Diese Mikroglasperlen reflektieren das Licht, das von Fahrzeugscheinwerfern abgestrahlt wird, sodass die Markierungen auch bei Dunkelheit und Nässe gut sichtbar bleiben. Standardmarkierungen hingegen neigen dazu, ihre Sichtbarkeit auf nasser Fahrbahn einzubüßen, da sie weniger reflektieren und das Kontrastverhältnis zur Fahrbahnoberfläche sinkt.


Bild 3: High-Performance-Typ-II-Markierung

Regelmäßige Wartung und Instandhaltung von Fahrbahnmarkierungen
Um die Vorteile von Typ-II-Markierungen langfristig sicherzustellen, ist es entscheidend, dass Fahrbahnmarkierungen regelmäßig geprüft und bei Bedarf erneuert werden. Witterungseinflüsse, Verkehr und die Abnutzung der Markierungen können dazu führen, dass deren Sichtbarkeit und damit auch die Erkennungsfähigkeit durch ADAS mit der Zeit abnehmen. Eine regelmäßige Wartung der Markierungen stellt sicher, dass sie auch nach Jahren noch eine zuverlässige Orientierungshilfe für alle Verkehrsteilnehmer bieten.

Weitere Informationen
SWARCO
Road Marking Systems
A-6112 Wattens
www.swarco.com